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Holzkunst auf dem Pausenplatz

written by Dario Holdener 23. Januar 2017

Die Fünftklässler des Schulhauses Erb Küsnacht gestalten aus Holz Sitzgelegenheiten für ihren Pausenplatz. Entstanden ist die Idee im Schülerrat.

Autorin: Linda Koponen für den LANDBOTEN

Das Dröhnen der Hobelmaschine hört man bis hinaus auf den Fussballplatz. Im dahinter liegenden Pavillon wird bereits am Morgen früh fleissig gewerkelt. Die fünfte Klasse von Herrn Dario Holdener der Primarschule Küsnacht gestaltet hier ihren neuen Pausenplatz. Der Boden ist bedeckt mit Sägespänen, es riecht nach Holz. André Becchio, Schulsozialarbeiter und Holzkünstler hilft einer Schülerin mit der Hobelmaschine.

Weil die Schulanlage Goldbach zur Zeit renoviert wird, sind die Schüler vorübergehend im Schulhaus Erb untergebracht. Noch mindestens zwei Jahre müssen sie mit dem kleinen Pausenplatz vor dem Provisorium vorliebnehmen. Bisher stehen weder ein Spielplatz noch genügend Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Höchste Zeit etwas zu ändern, fand da der Schülerrat und nahm die Sache in die eigene Hand.

«Unsere Klasse hatte die Idee, dass wir den Pausenplatz mit Holzobjekten neu gestalten könnten», erzählt Maureen, die mit ihren Freundinnen Sabrina und Soni gerade an einem grossen Skateboard, auch Penny-Board genannt, arbeitet. Alle Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse haben daraufhin Ideen ausgearbeitet, von denen kleine Modelle aus Rundholz angefertigt wurden. «Von allen Vorschlägen haben wir dann die sechs besten ausgesucht.»

Vom Penny-Board zur Kanone

Seit den Herbstferien arbeiten die Kinder unter Aufsicht von Becchio jeden Dienstagmorgen in kleinen Gruppen an ihren Projekten. «Es ist lässig zu sehen, mit wie viel Spass die Schüler bei der Sache sind.» Vor allem die Hobelmaschine habe sowohl bei den Buben als auch den Mädchen grosse Begeisterung ausgelöst.

An Kreativität mangelt es den jungen Künstlern nicht. Die etwas über einen Meter grossen Objekte reichen vom Penny-Board über einen Lippenstift bis hin zur Titanic. Sogar eine Kanone und eine Schlange sind zu erkennen. Und dann ist da noch eine Schale mit Chicken Nuggets.

Die Ideen sind aus den Vorlieben und Interessen der Kinder entstanden. «Viele Schüler haben einen Penny und fahren damit zur Schule», erklärt Sabrina. «Deshalb dachten wir, dass es cool wäre, eine Bank in dieser Form zu bauen.»

Bei allen Entscheidungen wurde den Kindern weitgehend freie Hand gelassen. «Eine Gruppe wollte eine Schaukel aus einem grossen Baumstamm bauen. Das war mir dann aber doch zu gefährlich», sagt Becchio. Auch bei der Umsetzung müsse er nur selten eingreifen. «Wichtig war mir, dass überall ein bisschen Farbe reinkommt.» So erhalten dann auch die Chicken Nuggets eine bunte Schale.

Weniger Vandalismus

Nach der Zehn-Uhr-Pause ist die nächste Gruppe an der Reihe. Erona und Patrizia dürfen ihren Lippenstift rot anmalen. Die Holzoberfläche sei bewusst nicht ganz glatt geschliffen, damit die Farbe der Witterung besser stand halte, begründet Becchio. Die Mädchen erzählen, dass das Hobeln nicht immer ganz einfach war. «Mit dem Ergebnis sind wir aber sehr zufrieden», betont Patrizia.

Die Objekte sollen noch vor Weihnachten fertig sein. Dann findet auf dem Schulhof eine Vernissage statt. Zum Probesitzen und Bräteln eingeladen werden die Eltern der Fünftklässler. Becchio, der unter anderem in der Primarschule in Au und im Jugendtreff Wolfhausen an vergleichbaren Projekten mit Kindern gearbeitet hat, ist überzeugt, dass es sich lohnt, Schüler in die Gestaltung von Pausenplätzen miteinzubeziehen. «Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass viel weniger Vandalismus betrieben wird, wenn sich die Kinder aktiv einbringen dürfen. Schliesslich will niemand die Arbeit einer Freundin oder eines Freundes zerstören.»

 

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1 comment

Heike Furger 28. Februar 2017 at 0:10

Tolle Idee und prima Sache! Kinder können kreativ sein und eigene Ideen für den Pausenplatz entwickeln und sich so für „ihre“ Schule engagieren.

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REMONTKece 9. Juni 2019 at 1:05 Your comment awaiting approval

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